Friedenskirche


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ORGEL

   

Die Orgel der Friedenskirche,

erbaut 1885 von Carl Eduard Jehmlich als mechanische Schleifladenorgel mit 2 Manualen und Pedal, wurde 1927/28 von der Firma Jehmlich pneumatisiert und auf 3 Manuale erweitert.
Die klanglich sehr schöne und interessante und unter Denkmalschutz stehende Orgel befandt sich leider seit vielen Jahren in einem technisch schlechten Zustand. Aus diesem Grund wurde der "Förderverein für Orgelbauder Friedenskirche e.V." gegründet um eine optimale Restaurierung derOrgel zu erreichen. Dank vieler Spenden von Gemeindegliedern, von Planeta,AWD und Sparkasse, von RP, Dussmannstiftung und Landeskirche, durch Benefizkonzerte und Basaren und dem Verkauf der 1994 produzierten CD "Musik in der Friedenskirche" konnten wir nach 6 jähriger Vorbereitungszeit inzwischen mit der Generalüberholung des Instrumentes beginnen. Durch die seit 1994 jährlich stattfindenden Konzerte des "Radebeuler Orgelsommers" ist das wenig beachtete aber bedeutende Instrument wieder ins Bewußtsein der Öffentlichkeit geraten. Die Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich bekam nach einer Ausschreibung den Zuschlag.
Seit des Beginns der Überlegung für die optimale und kostengünstigste Variante gab es viele Ideen, die aus den verschiedensten Gründen wieder verworfen wurden. Durchgesetzt hat sich die Meinung des Orgelsachverständigen der Oberen Denkmalsbehörde, die Orgel wieder dem Zustand von 1928 anzunähern. Das heißt, nach einigen Veränderungen der Register  eineOrgel mit romantischem Klangideal erstehen zu lassen, auf der vor allem Orgelliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts gut dargestellt werden kann.
Am 1. Oktober, im Erntedankgottesdienst wurde die Orgel wieder eingeweiht. Es ist eine gelungene Restaurierung. Neue Register und gut intonierte alte Orgelpfeifen ergeben einen erstaunlich neuen interessanten Orgelklang mit viel Glanz.
Musik in der Kirche vermag oft viel mehr Gottes Wort zu verdeutlichen als das nur gesprochene. Viele Sänger haben durch das gesungene Bibelwort einen viel direkteren Zugang als andere. Deswegen ist es wichtig, daß immer wieder Menschen sich bereit finden, aktiv kirchenmusikalisch mitzuarbeiten und daß immer wieder der finanzielle Rahmen für das reichhaltige kirchenmusikalische Leben in unserer Gemeinde gesichert wird. Musik im Gottesdienst und zu Konzerten ist eine große Bereicherung des Gemeindelebens. Es erleichtert vielen Menschen das Wohlfühlen und das Heimischwerden in der Gemeinde.
Johann Sebastian Bach drückte das Gott-näher-kommen durch Musik so aus: "Bey einer andächtigen Musique ist allezeit Gott mit seinerGnaden Gegenwart."

Disposition:


 

 

 

 

I. HAUPTWERK C-g3


II. OBERWERK C-g3

1. Pommer

16`

 

16. Prinzipal

8`

2. Prinzipal

8`

 

17. Quintatön

8`

3. Gemshorn

8`

 

18. Gedackt

8`

4. Rohrflöte

8`

 

19. Oktave

4`

5. Konzertflöte

8`

 

20. Rohrflöte

4`

6. Gambe

8`

 

21. Nassat

2 2/3`

7. Oktave

4`

 

22. Oktave

2`

8. Spitzflöte

4`

 

23. Terz

1 3/5`

9. Fugara

4`

 

24. Mixtur III

1 1/3`

10. Quinte

2 2/3`


25. Oboe

8`

11. Oktave

2`




12. Basscornett III

2 2/3`




Diskantcornett IV

4`




13. Mixtur III-IV

2`




14. Cymbel

II




15. Trompete

8`














III. SCHWELLWERK C-g3

 

 

PEDAL C-f1

 

26. Dulciana

16`


41. Violonbass

16`

27. Geigenprinzipal

8`

 

42. Prinzipalbass

16`

28. Holzflöte

8`

 

43. Subbass

16`

29. Schwebeflöte

8`

 

44. Echobass

16`

30. Sing. Gedackt

8`

 

45. Oktavbass

8`

31. Violine

8`

 

46. Gedacktbass

8`

32. Vox Celeste

8`

 

47. Salicetbass

8`

33. Salicet

4`

 

48. Choralbass

4`

34. Flauto traverso

4`

 

49. Ital. Prinzipal

2`

35. Rohrquinte

2 2/3`

 

50. Pedalmixtur

IV

36. Flachflöte

2`

 

51. Posaunenbass

16`

37. Terz

1 3/5`

 

 

 

38. Quinte

1 1/3`

 

 

 

39. Sifflöte

1`

 

 

 

40. Clarinett

8`

 

 

 

 

 

 

 

 

KOPPELN UND SPIELHILFEN

 

Manualkoppeln: II/I, III/I, III/II

 

Pedalkoppeln: I/P, II/P, III/P


Oktavkoppeln:

Ober-Oktavkoppel III/III

 


Ober-Oktavkoppel III/II


 

Unter-Oktavkoppel III/III

 

 

Ober-Oktavkoppel III/I

 

 

Ober-Oktavkoppel II/I

 

 

Unter-Oktavkoppel II/I

 

 

Pedal-Tenorkoppel III

 

4 feste Kombinationen, Crescendowalze

 

Pedalumschaltung

 

4 freie Kombinationen

 

 

 


Zur Geschichte des Instrumentes

Die 1885 von Carl Eduard Jehmlich erbaute Orgelhatte ursprünglich 2 Manuale und Pedal mit 26 Registern. 1927/28 wurdedieOrgel pneumatisiert, im Tonumfang erweitert, erhielt zusätzlichein Schwellwerk und wurde umdisponiert. Weitere Veränderungen erfolgtennoch 1939 und 1954. Bis zur Restauration im Jahre 2000 hatte die Orgel 46klingende Register auf 3 Manualen und Pedal.

Zur Generalinstandsetzung

Die Orgel sollte in dem gewachsenen Zustand im wesentlichen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erhalten werden. Ziel der erforderlichen Generalinstandsetzung war es, eine zuverlässige, gute technische Funktion in den verschiedenen Systemen herzustellen. Mit wenigen Dispositionsänderungen und Ergänzungen wurde angestrebt, den romantischen Klangcharakter der Orgel wieder konsequenter auszubilden. Das Pfeifenwerk wurde komplett ausgebaut, gereinigt und überarbeitet. Metallpfeifen wurden ausgerundet, gerichtet und erhielten zum Teil Stütznähte. Die Stimmvorrichtungen wurden überarbeitet, mehrere Register erhielten neue Stimmrollen. Die Holzpfeifen wurden gereinigt, Spunde wurden nachgeleimt und kaputte Lederdichtungen erneuert. Der Abgangsapparat für alle 3 Manuale und das Pedal wurden neu hergestellt, da der Orginalapparat total vom Holzwurm zerfressen war. Die Manualklaviatur wurde neu belegt und garniert, die Pedalklaviatur neu mit Eiche belegt. Mehrere Registerschilder wurden neu beschriftet. Die Tontraktur wurde sorgfältig überarbeitet. Alle Membranen wurden ausgewechselt, sämtliche Manschetten erneuert. Undichte Windkastenspunde wurden neu beledert und 7 Stöcke neu eingerichtet. Der alte Orgelmotor wurde ausgebaut und durch einen neuen ersetzt. Die Register Gambe 8', Fugura 4' und Geigenprinzipal 8' wurden neu hergestellt und eingebaut. Die Ansprache und Klangstärke der Pfeifen wurde durch sorgfältige Nachintonation ausgeglichen, wobei der Klangcharakter im Sinne des Erbauers weitestgehend erhalten blieb. Es wurde eine ungewöhnlich hohe Stimmung von 445,2 Hz bei 18˚C vorgefunden. Unter Beachtung derPfeifenlängen wurde die Orgel auf 443 Hz bei 18˚C gestimmt.






http://www.jehmlich-orgelbau.de/



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